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EMS-ZEITUNG

Leserbrief vom 3. November 2001

Bewusstseinsverändernde Drogen

Erst im August dieses Jahres hatte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk, darauf hingewiesen, dass der Verbrauch von Medikamenten wie Ritalin stark zugenommen habe und der schädliche Missbrauch dieses Arzneimittels nicht mehr ausgeschlossen werden könne. So wurden laut ‚arznei-telegramm‘ vom 4. August 2000 im Jahr 1995 rund 700 000 Tabletten der Medikamente Ritalin und Medikinet , die bei so genannter Hyperaktivität verschrieben werden, abgesetzt. Im Jahr 1999 stieg der Absatz dieser von der Psychiatrie geförderten Medikamente auf 31 Millionen Tabletten, was eine 40fache Steigerung innerhalb von fünf Jahren ausmacht.
Endlich schlagen auch die deutschen Behörden Alarm. Es ist höchste Zeit. Denn diese heimtückische Droge , die droht, für eine ganze Generation von Heranwachsenden zu einer Qual zu werden, breitet sich dank der Verschreibungspraxis vieler Psychiater und einiger Ärzte epidemieartig aus. Wie gefährlich Ritalin ist, mag daraus zu erkennen sein, dass die US-Armee Bewerber ablehnt, die nach dem zwölften Lebensjahr Ritalin erhalten haben, weil es sich dabei um eine ‚mind-altering drug‘, eine bewusstseinsverändernde Droge – handelt. Zu Recht hat deshalb auch das US-Justizministerium diese Droge in eine Kategorie eingeordnet, in der auch Kokain zu finden ist. Und selbst der Hersteller schreibt von einem stark ausgeprägten psychischen Abhängigkeitspotenzial. Ritalin ist bei Hyperaktivität keine Lösung, es gibt genug sanfte Methoden, dieses Problem in den Griff zu bekommen, der ‚chemische Rohrstock‘ ist dafür nicht erforderlich.

Rainer Pagel
Carolinenhofstraße 8
26676 Barßel

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